Kraniche im Reisefieber

Formationsflug nach Süden - Kraniche auf der Reise


Es wird kalt.  Der Winter klopft schon an die Tür. In der ein oder anderen Ecke fällt sogar schon Schnee vom Himmel.

Was liegt da näher, als sich auf den Weg in wärmere Gefilde zu machen?

Ein reislustiges Völkchen, dass es alljährlich in den Süden zieht, sind die Kraniche. Je nach Wetterlage verlassen sie im September oder Oktober ihre Brutplätze im Norden. Von Russland, Schweden oder Finnland geht es in mehrere Etappen in den Süden Frankreichs oder nach Spanien. 

Dass eine so lange Strecke nicht in einem Rutsch geflogen wird und Rastplätze angeflogen werden, versteht sich von selbst. In der Region des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft gibt es einen dieser Rastplätze. Dort wurden am 20. Oktober mehr als 50.000 Vögel gezählt.

Aber auch in Niedersachsen wird gerastet. 33.000 Kraniche am 21. Oktober in der Diepholzer Moorniederung.  

In Brandenburg (Rhin Havelluch) dem beliebteste Zwischenstopp dieser wunderschönen Vögel wurden am 24. Oktober sogar 84.000 Kraniche gezählt. Die Vögel, die dort Kräfte für den langen Weg sammeln, haben sich überwiegend aus Osteuropa auf den Weg gemacht.

Frisch gestärkt geht es dann im Formationsflug wieder auf die Reise. Mit einer Flugeschwindigkeit von bis zu 80 km/h folgen sie ihrem biologischen Navi, das sie zielsicher zu ihrem Überwinterungsplätzen leitet.

Viele Menschen bekommen von dieser Höchstleitung gar nichts mit. Aber wir haben Glück. Das Vorgebirge liegt genau auf der Flugroute der Kraniche. Darum können wir sie jetzt, laut trompeten in großen und kleinen Gruppen am Himmel bewundern. Kleiner Gruppen werden manchmal noch im Januar gesichtet.

Im Februar und März kommen hoffentlich alle wieder gesund zurück!

Wer sich die Zeit nimmt und die Vögel mit einem Fernglas beobachtet, wird neben den vielen Altvögeln auch den ein oder anderen Jungvogel entdecken. 

Kranich Jungvogel mit zwei Altvögeln

Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass den Jungvögeln der große weiße Fleck am Hinterkopf fehlt. 

Alt und Jung wünschen wir guten Flug!

 

Noch mehr Bilder findet Ihr in der Bildergalerie.

Kraniche auf dem Weg nach Süden

 

Kurz ein paar Fakten zu den Kranichen

Der Graukranich (wissenschaftlicher Name Grus grus)


Aussehen

Größer als Storch und Reiher (1,20m) im schlichten grauen Federkleid. Auffallend ist die scharzweiße Zeichnung des Kopfes und die rote Tonsur einem Kardinal gleich, die frei von Federn ist. Die Geschlechter lassen sich nur schwer unterscheiden. Die männlichen Kraniche sind in der Regel etwas größer und schwerer.

Lebensraum und Ernährung

Sie schreiten majestätisch durch Moore und andere Feuchtgebiete aber auch Felder und Wiesen gehören zu ihren Aufenthaltsorten. Schaut man sich den Speiseplan an, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass gefressen wird, was vor den Schnabel kommt. Das beginnt bei Insekten und Würmern geht über  Reptilien, Frösche und Mäuse und endet bei vegetarischer Kost zu der Getreide aber auch Bohnen und Erbsen, Eicheln, Kartoffeln und Teile von Pflanzen gehören. Das ist mal eine vielseitige Ernährung!
 

Verbreitung

Bis auf die Antartiks und Südamerika sind Kraniche weltweit vetreten. "Unser" Grauer Kranich lebt von Frühling bis Sommer im Norden Europas. Dort findet man ihn vor allen in Finnland, Schweden, Polen, Tschechien und Deutschland. In Schweden wird der Kranich auch als Vogel des Glücks bezeichnet, kündigt er doch mit seinem Trompeten bei seiner Rückkehr in die Brutgebiete den langersehnten Frühling an.

Im Herbst geht es zurück in wärmere Gefilde. Tausende der Vögel sammeln sich auf ausgewählten Plätzen und begeben sich auf die lange Reise in die Überwinterungsgebiete, die von Frankreich bis Spanien reichen. 

Quellen:

http://www.kraniche.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Kranich